Partner-Interview: Stadtguthaben GmbH

„NEUDEUTSCH EINE WIN-WIN-WIN-SITUATION“

Das Unternehmen Stadtguthaben GmbH mit Firmensitz in Düsseldorf stellt das digitale System zum Aufladen, Einlösen und Verwalten von Stadtgutscheinen für LocalBuzz bereit. Bereits in 16 Städten ist das Gutscheinsystem von Stadtguthaben erfolgreich implementiert. Patrick Koch, CEO Stadtguthaben, steht uns Rede und Antwort zur bisherigen Entwicklung des Unternehmens und zur Verbundenheit mit LocalBuzz.

Patrick, Stadtguthaben trifft den Zahn der Zeit. Bereits 60 Prozent der Städte in Deutschland bieten einen lokalen Gutschein an, aber nur wenige davon sind digitalisiert. Wann und wie seid ihr auf diese Marktlücke gestoßen?
Wie viele gute Ideen kam auch diese durch jemanden, der selbst betroffen war. Konkret wurden wir vom Vorstand einer Werbegemeinschaft, die einen „analogen“ Gutschein herausgegeben hat, angesprochen. Mit zunehmendem Erfolg wurde die manuelle Abwicklung unglaublich aufwändig und aufgrund dessen auch fehleranfällig. Da wir aus anderen Projekten zahlreiche Erfahrungen mit transaktionsbasierten Modellen hatten, konnten wir nach kurzer Zeit eine gute Lösung anbieten, die wir in der Folge gemeinsam mit weiteren Städten zur Marktreife gebracht haben. Im Grunde genommen haben uns also betroffene Städte ein Stück weit geleitet, wie die ideale Software-Lösung aussehen müsste. Nachdem wir dann festgestellt haben, wie weit das Modell eines lokalen Gutscheins in Deutschland verbreitet ist, haben wir die Stadtguthaben GmbH als Spezialisten für die Verwaltung und Abrechnung lokaler Gutscheinmodelle gegründet.

Hat die aktuelle Corona-Krise zu einer verstärkten Nachfrage nach Stadtgutscheinsystemen geführt?
Inzwischen kann ich das klar mit ja beantworten. Zu Beginn des Corona-Lockdown herrschte zunächst eine Art Schockstarre und es wurden viele Digitalisierungsprojekte auf Eis gelegt. Aber kurze Zeit später hat sich dies ins Gegenteil verkehrt. Viele Städte, Stadtmarketinggesellschaften und Werbegemeinschaften haben gerade jetzt erkannt, wie wichtig es ist, funktionsfähige Instrumente zur Unterstützung des lokalen Gewerbes zu haben. Wir konnten während der Schließungen ja im Grunde alle einmal üben, wie es wäre, wenn es keine lokalen Geschäfte und Gastronomieangebote mehr geben würde. Die Sensibilisierung für deren Bedeutung war wahrscheinlich noch nie so hoch wie in der aktuellen Zeit. Stadtgutscheine sind dabei einfach sehr effektive und relativ unkomplizierte Modelle zur lokalen Kaufkraftbindung.

Mit welchen Argumenten überzeugst du potenzielle Kunden, die bereits mit einem „analogen“ Gutscheinsystem arbeiten, vom Modellwechsel?
Es gibt natürlich zahlreiche gute Argumente, bei denen es immer etwas auf die Perspektive ankommt. Für die Betreiber des Gutscheinmodells ist das wichtigste Argument in der Regel die Reduktion des Verwaltungs- und Abrechnungsaufwandes. Mit unserem System kann man den Aufwand tatsächlich auf etwa 10 Minuten pro Monat reduzieren, obwohl weiterhin alle Geldtransaktionen ausschließlich über das Konto des jeweiligen Betreibers abgewickelt werden. Das können viele zu Beginn gar nicht glauben. Auch die teilnehmenden Akzeptanzstellen sehen oft zunächst die vereinfachte Abwicklung als wesentlichen Vorteil, weil man keine Gutscheine mehr sammeln, in Formulare eintragen und abgeben muss. Nach kurzer Zeit rückt bei den Teilnehmern jedoch ein anderer Punkt in den Fokus, nämlich die Chance, die gebundene Kaufkraft signifikant zu erhöhen. Einer der wichtigsten Hebel dafür ist der professionelle Einsatz des lokalen Gutscheins als sogenannten „steuerfreien Sachbezug“. Mit dem Stadtguthaben-System können die Guthabenkarten jeden Monat automatisch mit bis zu 44 EUR aufgeladen und die Beträge von den Arbeitgebern abgebucht werden. Darin steckt ein enormes Kaufkraftpotenzial, das es lokal zu binden gilt. Schließlich gibt es auch noch die Sicht der Endnutzer. Viele analoge Modelle basieren auf Papiergutscheinen, die schlecht in die Geldbörse passen und zudem nur als gesamter Betrag einlösbar sind. Im Stadtguthaben-System sind die Gutscheine meist im Scheckkartenformat erhältlich oder digital hinterlegt und man kann centgenau abbuchen. In den meisten Fällen basiert die Entscheidung für eine Digitalisierung auf einer Kombination dieser Gründe. Neudeutsch heißt das dann eine WIN-WIN-WIN-Situation (lacht).

Welche Vorbehalte und Ängste äußern Interessenten und wie räumst du diese aus?
Insgesamt sind die Vorbehalte und Ängste sehr überschaubar. Um als Akzeptanzstelle mit unserem System zu arbeiten, muss man eigentlich nur eine Webseite aufrufen bzw. sich eine App herunterladen können. Das ist heutzutage keine wirkliche Hürde mehr. Ein oft diskutiertes Thema ist die Verknüpfung mit der eigenen Kasse. Einige Teilnehmer assoziieren mit einem digital verwalteten Gutscheinmodell automatisch eine komplizierte Integration in das Kassensystem. Dabei ändert sich an der Stelle eigentlich gar nicht so viel im Vergleich zum analogen Modell. Der Gutschein ist ja aus Sicht einer Akzeptanzstelle eine Zahlart, d.h. die verkauften Waren oder Dienstleistungen gibt man wie gewohnt in die Kasse ein, aber der Betrag wird statt mit EC-Karte oder in bar dann mit dem Gutschein bezahlt. Man wählt also einfach eine passende Zahlart wie „Gutschein fremd“ oder eine selbst definierte Zahlart aus und bucht den in die Kasse eingegebenen Betrag vom Gutschein ab.

LocalBuzz führt Stadtverwaltung, Unternehmen, Vereine, Medien und Bürger auf einer Plattform zusammen, um die Interaktion zwischen allen Anspruchsgruppen zu fördern, die lokale Verbundenheit zu stärken und schrittweise die lokale Kaufkraft zu erhöhen. Welchen USP bringt Stadtguthaben in das LocalBuzz-Konzept ein?
Es geht bei dem gesamten LocalBuzz-Konzept ja im Grunde immer um lokale Kreisläufe. Vordergründig steht LocalBuzz vor allem für einen lokalen Informationskreislauf zwischen den genannten Gruppen. In vielen Fällen gehört dazu überhaupt erstmal das gegenseitige Kennenlernen. Daraus resultiert dann die lokale Verbundenheit. Mit dem Stadtguthaben-Modell schaffen wir dann die Möglichkeit, diese Verbundenheit in eine Art lokalen Wirtschaftskreislauf überzuführen.

Die Online-Plattform von LocalBuzz bietet über das Gutscheinsystem hinaus weitere Anreize wie beispielsweise einen News-Room, um einen relevanten Platz im Alltag der Nutzer einzunehmen. Welche Chancen siehst du für Stadtguthaben in der Zusammenarbeit mit LocalBuzz?
Die allermeisten Menschen finden die Idee lokaler Gutscheine sehr gut und sinnvoll und nutzen das Angebot auch gerne. Und dennoch ist es nicht einfach, im Bewusstsein der Menschen zu bleiben. Es gibt große Online- und Filialkonzerne, die sehr viel Geld dafür aufwenden, um im Bewusstsein der Menschen zu bleiben. Die Frage ist also, wie man sich in dieser Welt der Reizüberflutung regelmäßig Relevanz und Gehör bei Endkunden verschaffen kann. Uns hat in der Hinsicht das LocalBuzz-Konzept überzeugt. Die Plattform will die Menschen kontinuierlich mit Informationen, News und Wissenswertem unter der großen Überschrift der lokalen Verbundenheit versammeln. Da passt das Stadtguthaben-Modell einfach super hinein.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Jeder hat ein kleinen, aber feinen Lieblingsladen – sei es der ortsansässige Metzger, ein Comic-Händler oder eine urige Kneipe. Welches Geschäft in deiner Stadt wolltest du nicht missen und was macht es für dich so besonders?
Für mich ist das ein spanisches Restaurant direkt bei mir um die Ecke. Meine Frau und ich haben beide eine starke Verbindung zu dem Land und der Sprache. Das ist daher unser Ort, um diese Verbindung ab und an bei ein paar Schälchen Tapas und einem Glas Rotwein auszuleben.

Patrick, herzlichen Dank, dass du dir Zeit für unsere Fragen genommen hast. Wir freuen uns über diesen sympathischen und interessanten Einblick und wünschen dir alsbald wieder einen schönen Abend beim „Spanier um die Ecke“!

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